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Wandern in und um Sennestadt

Die Entstehung des Sennestädter Rundwanderwegs:
»Na, dann machen Sie mal !« 
von Hannspeter Seick
So ganz genau weiß ich es nicht mehr, wann die Idee geboren wurde, einen Rundwanderweg um Sennestadt herum zu entwerfen.

Auf jeden Fall schrieb man das Jahr 1993, als ich in einer der Vorstandssitzungen des Sennestadtvereins meine Vorstellungen vortragen konnte. Schuld daran war die Frage, mit welchen weiteren Aktivitäten der Sennestadtverein das Leben in unserem Ortsteil bereichern könne. Da kam mein Vorschlag, einen Sennestädter Rundwanderweg einzurichten, gerade recht. Unter freundlicher Zustimmung der weiteren Vorstandsmitglieder wurde ich sogleich beauftragt, diese Idee in die Tat umzusetzen. Ich erinnere mich noch der Worte: "Na, dann machen Sie mal!" 
Und ich begann: unvoreingenommen und nicht wissend, wie langwierig später der Gang durch die Genehmigungsbehörden würde. Doch es konnten alle Klippen überwunden werden. 

Das danke ich vor allem Ulrich Schlawig und Bernd Güse vom Vorstand. 
Meine Idee war es, einen Wanderweg zu schaffen, der etwa 25 Kilometer lang um Sennestadt herumführt. Damit sollten Sennestädter und auswärtige Wanderer die Möglichkeit erhalten, sich über die Vielfalt der Sennestädter Landschaft, aber auch über die Größe unseres Gemeinwesens ein eigenes Bild zu machen. Zwischen den Höhen des Teutoburger Waldes und den bereits zur Münsterländer Bucht gehörenden Wiesen und Weiden im Westen liegen nur wenige Kilometer, die es aber "in sich haben". 
Die von mir angedachte Wegeführung orientierte sich von vornherein am bestehenden Wegenetz. Bereits vorhandene Wanderwege wurden in die Vorstellungen mit einbezogen - so unter anderem der Hermannsweg und einige schon existierende örtliche Wanderwege. 
Mit dem Wegeverlauf wollten wir die Wanderer auch an Natur- und Baudenkmäler heranführen, wie z.B. das "Vierländer-Eck" oder die "Lippische Reihe". Von Interesse sollte aber auch die Linie sein, an der der Teutoburger Wald endet und die Senne beginnt.

Es wird allgemein und irrtümlich angenommen, dass diese Linie sich mit dem Verlauf des Senner Hellwegs deckt. Doch das ist nicht richtig.

Vom Vierländereck zum Autobahnviereck: Auto- bahnkreuz Bielefeld von der Brücke Eckardtsheimer Straße aus gesehen
Die Senne reicht noch ein gutes Stück weiter in Richtung auf den "Teuto". Sie endet dort, wo der Nadelwald in den Buchenwald übergeht. Diese Linie erlebt man recht deutlich etwa beim Herabwandern entlang des Menkhauser Baches bald nach der Brücke.
Es kam mir aber auch darauf an, durch die Wegeführung dem Wanderer zu verdeutlichen, inwieweit die beiden Autobahnen (A 2 und A 33) unsere heimische Landschaft beeinflusst haben.

Als erstes wurde ein Stadtplan zu Rate gezogen, eine infrage kommende Route eingezeichnet und dem Vorstand des Sennestadtvereins vorgestellt. Nun ist es allerdings so, dass für die Wanderwege in dieser Region der Teutoburger-Wald-Verein (TWV) vom Regierungspräsidenten in Detmold die alleinige Verantwortung erhalten hat. Daher wurde zum TWV Kontakt aufgenommen. Unter der Maßgabe, dass künftig die Unterhaltung und Pflege des Wanderweges vom Sennestadtverein übernommen werden, zeigten sich Hermann Rieger und Heinrich Bittner sofort bereit, die Idee zu fördern und in die Tat umzusetzen.

An zwei Samstagen des Jahres 1993 gingen wir drei den Weg zum ersten Mal, sozusagen "ins Unreine". Am 18. April 1993 konnte der offizielle Antrag an den Teutoburger-Wald-Verein abgegeben werden. Dieser leitete ihn dann an die verschiedenen Behörden weiter. Das waren unter anderem die Untere Landschaftsbehörde, die Landwirtschaftskammer, die Forstbehörde und last but not least das Katasteramt der Stadt Bielefeld. Damit nahm das Genehmigungsverfahren seinen Lauf. 

Bild: Grenzstein am Vierländereck: K (Königlich), P (Preußisch), G (Grafschaft), R (Ravensberg), A (Amt), H (Heepen)
"Klappern gehört zum Handwerk", sagt man. Das galt auch hier.

Die Öffentlichkeit wurde schon während des Verfahrens über das Projekt informiert, und es erschienen Berichte darüber in den Tageszeitungen wie auch im Mitteilungsblatt "Der Sennestadtverein". Des Weiteren dienten verschiedene Etappenwanderungen der Bekanntheit in der Öffentlichkeit. 

Zwischendurch erwies es sich als notwendig, an einem Seminar des Z.A.U.N. (Zentrum für außerschulische Umweltbildung) im Haus Neuland teil zunehmen.

Thema: "Historisch-Iandschaftskundliche Wanderungen am Beispiel der Sennelandschaft". Es wurden dabei auch Kenntnisse über die Art und Weise der richtigen Markierung von Wanderwegen vermittelt.

Der Senner Hellweg oberhalb des Schießstandes. Aquarell von Helga Hoffmann
Im März 1996 wurde mein Vorschlag eines Wegekennzeichens (weißes "S" im Kreis) vom Vorstand des Sennestadtvereins wie auch des Teutoburger-Wald-Vereins gutgeheißen. Das zuerst vorgesehene Zeichen in der Art eines vereinfachten Sennestadt-Wappens wurde als zu kompliziert verworfen.

Zwei Monate später trafen sich zum ersten Mal sieben Mitglieder des Sennestadtvereins, die sich bereit erklärten, künftig bei der Pflege und Unterhaltung des Sennestädter Rundwanderweges aktiv mitzuarbeiten. 

Neben dem Initiator, Hannspeter Seick, gehören von Anfang an dem Team an: Udo Behncke, Friedrich-Wilhelm Bockermann (bis 2003), Petervan Hekeren, Rolf Kordes, Wilfried Pörtner und Günther Rogge; ab 2004 auch Thomas Kiper und Wilhelm Klinkhammer. Nach einführender Unterweisung ging es sogleich ans Werk. Der Weg wurde mit dem mittlerweile bekannten "S" markiert und in sieben etwa gleich lange Teilstücke unterteilt, die von den Teammitgliedern von da an selbstständig zu unterhalten waren. Mehrfach im Jahr bewandern sie den Weg zur Kontrolle des Wegezustands und der -markierungen. Es müssen hie und da Äste, auch Sträucher zurückgeschnitten werden; die Kennzeichnungen sind zu säubern bzw. nachzumalen.
Bild: Am Siekkamp (Stadtbezirk Senne) überquert der Sennestädter Rundwanderweg die Senne-Bahn
Am 21. September 1996 konnte dann der Sennestädter Rundwanderweg offiziell eröffnet werden. Etwa fünfzig Wanderfreunde kamen trotz strömenden Regens zum Wanderparkplatz unterhalb der Autobahn. 
Doch damit allein sollten sich die Aktivitäten um "unseren" Weg nicht erschöpfen. In einem Faltblatt wollte ich den Wanderern auch aufzeigen, was am Wege liegt. Da kam mir die Mithilfe von Heinrich Koch, dem Rektor i.R. der Vennhofschule (heute: Hans-Christian-Andersen-Schule), gerade recht. Herr Koch konnte mir bei der inhaltlichen Gestaltung des Faltblatts aufgrund seiner großen Kenntnisse über die Senne, deren Menschen, ihre Geschichte und vieles andere überaus hilfreich zur Seite stehen. Ende Januar 1997 konnte die erste Auflage des Faltblatts über den Sennestädter Rundwanderweg vom Sennestadtverein herausgegeben werden. Es zeigt den Verlauf des Weges und 35 Punkte, an denen der Wanderer Informationen über das erhält, "was gerade hier am Wege liegt". Mittlerweile wurde bereits eine überarbeitete Version aufgelegt, die in der Bürgerberatung des Sennestadthauses und im Tabakwarengeschäft Udo Behncke gegen eine kleine Schutzgebühr erhältlich ist. Wer sich mit dem Faltblatt auf den Weg macht, der erfährt z. B. in Stichworten etwas zur Südrampe der Autobahn A2, zum Markengrund, zum Schopkebach, zu den Trockentälern, zum Beckhof, zum Eveseller Bruch, zu Eckardtsheim, zum Weg am Schießstand, zum Hellweg und zu einer Reihe alter Hofgebäude und Kotten. Der Sennestädter Rundwanderweg ist auch enthalten in der Wanderbroschüre "Auf ins Grüne - Mit Bus und Bahn zu Bielefelds schönsten Wanderwegen".
Das Team der "Wegemaler" ist auch weiterhin aktiv. Zur Zeit will es die Kennzeichnungen deutlicher und vor allem haltbarer machen. So werden Wanderer sehen können, dass anstelle der mühevoll mit Farbe und Pinsel an Bäume und Masten gemalten "S"-Zeichen jetzt an vielen Stellen kleine Platten an den Bäumen den Weg weisen. 
Was gibt es nun für die Zukunft für Wünsche? An vorderster Stelle steht, Sponsoren zu finden, die die eine oder andere Rastbank stiften. Denn daran fehlt es.
2004 hat der Sennestadtverein die Aufgabe übernommen, die örtlichen Rundwanderwege zu warten. Die Arbeit am vorliegenden Jubiläumsbuch führte uns erneut vor Augen, von welch großem natürlichen Reichtum Sennestadt umgeben ist. Ein Beitrag zum Erhalt dieses heilsamen Umfeldes soll die Veröffentlichung der Sennestädter Wanderwege in einem Wanderbüchlein sein.

 

Stichworte zum Sennestädter Rundwanderweg
Wir laden Sie ein, etwa 25 Kilometer rund um Sennestadt zu wandern. Sie lernen bei dieser Gelegenheit die Vielfalt der Sennelandschaft und des Teutoburger Waldes kennen. In 35 Stichworten möchten wir Ihnen hierfür einige Hinweise geben:
01 Parkplatz Lämershagener Straße: Parkplatz vor der Autobahn-Unterführung
02 Südrampe: Besteht aus Sand einer langen Düne; frühere Lage der Düne: jetziges Sportzentrum Sennestadt
03 Kammdurchbruch der Autobahntrasse
04 Gasthaus »Deppe«: Hier; wie bei allen weiter genannten Gasthäusern, sind Wanderer willkommen.
Geöffnet 11.00-24.00 Uhr; Fr: erst ab 14.00 Uhr; Do. geschlossen., Telefon 05202-6121
05 Lietegge: Abstecher über Hermannsweg zu einer Landwehr (5a) möglich
06 Markengrund: Alte Hüte- und Mundartengrenze. Abstecher zum »Lewenberg« (6a) möglich. Wallanlage aus der Zeit Heinrichs des Löwen
07 Wöstenfeld: Steinzeitlicher Siedlungsplatz durch Funde belegt. Nahebei: Grenze zu Lippe. Vermutlich wurde aus der »Mautgrube« (einer Mautstelle) die »Mordgrube« (7a)
08 Hünengrab: Bronzezeitliches Hügelgrab
09 Schopkebach (Schafsbach): Seit 1150 Grenze
10 Gaststätte »Schopketal«: Geöffnet Mo.-Sa. von 12.00-24.00 Uhr; So. ab 9.00 Uhr; Di. Ruhetag, Telefon 05202-158600. Nahebei Ehem. Freibad. Bachabwärts zwei alte Grenzsteine
11 Quelltopf: Nebenquelle des Menkhauser Baches. Nahebei: Brutstätte der Wasseramsel. Zunder und Spechthöhlen im Buchen-Totholz
12 Trockentäler aus der erdgeschichtlichen Jetztzeit (Holozän). Nahebei: Blick auf Menkhauser Mühle möglich
13 Haus »Neuland«: Bildungsstätte. Nahebei: Gasthaus »Fichteheim«, geöffnet 14.00-22.00 Uhr; So. ab 10.00
Uhr; Mo. geschlossen, Tel. 05205-3445
14 Hellweg: Alte Heer- und Handelsstraße. Am Bach ehern. Zollstelle (Zöllner: Bartholdskrüger:)
Bifurkation: Wasserteilung zw. Lippe und Preußen.
Nahebei: Gaststätte »Bartholdskrug«, geöffnet 14.00-21.00 Uhr; So. ab 12.00 Uhr; Mo. u. Do. geschlossen, Tel. 05202-72468
15 Lipperreihe: »Lippische Reihe« im Gegensatz zur »Preußischen Reihe« (Dalbke)
16 Dalbker Teiche: Künstlich erweiterte Teiche zum Betreiben einer Papiermühle
17 Gaststätte »Dalbker Krug«: Geöffnet 11.30-14.00 u.17.00-24.00 Uhr; Sa., So. ab 11.30 Uhr durchgehend bis 24.00 Uhr; Mo. geschlossen, Tel. 05205-238550
18 Vierländereck: Zwischen den Grafschaften Ravensberg und Rietberg, dem Fürstentum Lippe und dem Fürstbistum Paderborn, mehrere alte Grenzsteine. Jenseits des Baches; Frühere Schlinghofmühle
19 Beckhof: 1782 letzte bäuerliche Ansiedlung in der Heepen-Senne, restauriert
Beckhof-Siedlung; Soziale Einrichtung für heimatlose Ausländer
20 Autobahn-Unterführung: Nahebei; »Wittenborn«, eine der ältesten Ansiedlungen der Heepen-Senne ( 1554 im Viehschatzregister von Rietberg genannt)
21 Gaststätte »Heideblümchen«: Erstes Gasthaus im Bereich Senne I/II, 1828 Schankerlaubnis. Geöffnet täglich
ab 18.00 Uhr; So. ab 9.30 Uhr: Frühstücksbuffet, von Mai bis Sept. Biergarten, Tel. 05205-7762
22 Eveseler Bruch: Größter zusammenhängender Wald der Ravensberger Senne (Bruchwald), von der Autobahn A 33 geschnitten
23 Hof Milberg (Sonneborn): Ebenfalls im Rietberger Viehschatzregister von 1554 genannt
24 Eckardtsheim: Teilanstalt der »von Bodelschwinghschen Anstalten« in Bielefeld-Bethel
25 Eckardtskirche: Mittels der Spende einer Frau Eckardt aus Naumburg/Saale errichtet. Daher auch der Name »Eckardtsheim«
26 Haus Thekoa: Ehem. Hof Linnenbrügger am Lienenbach (Bullerbach), ab Grenze zu Rietberg neuer Name: Dalkebach
27 Perthesweg: Ehern. Postweg nach Paderbom
28 Alte Krackser Straße: Autobahnkreuz
29 Hof Birkerneyer: Kotten von 1535. Weitere Höfe abgerissen und z.T. im Museumshof Senne wieder aufgestellt
30 Schillingshof (ehern. Bunzerneyer): 1556 erste Erwähnung im Ravensberger Urbar
31 Grenzbaum: Solitär markiert einen »Knick« im ehemaligen Grenzverlauf zwischen den beiden Sennegemeinden
32 »Am Schießstand 18«: 4-Ständer-Fachwerkhaus von 1661, unter Denkmalschutz
33 Weg am Schießstand mit Osningsandstein befestigt. Schöner Blick auf alten Hof Diekmann
34 Hellweg: Nicht ausgebaute Wegstrecke. Frühere Mehrspurigkeit noch erkennbar: Randbepflanzung mit Birken aus Gründen des Feuerschutzes
35 Jägersteigbrücke: Fußgängerbrücke über die Autobahn A2

Diese Seite wurde zuletzt am  16. März 2008   aktualisiert
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